December 19, 2018

pressestimmen

Eine faszinierende Platte legte auch die Geigerin Lenka Zupkova mit ihrer Interpretation von Werken für Violine und Elektronik vor. Mit herkömmlicher und elektrifizierter Violine widmet sie sich sieben unterschiedlichen Kompositionen, in denen es um die Modifikation des Violinklangs aus sich heraus bis hin zu Klangerweiterungen in den Bereich extreme Geräusche geht.Dass die Elektronik dabei nur ein Hilfsmittel ist, lässt sich vor allem an Zupkovas eigenen  Stück “ Strepy“ für E-Violine, Live-Elektronik und 4-kanal Tonband (2005)erkennen.Aber auch ansonsten tritt die Elektronik nie offensiv als Effekt nach außen: Peter Köszeghys Libertinage für E-Violine und Verzerrer(2004) arbeitet etwa mit unterschiedlichen Rauigkeitswerten, während Andre Bartetzkis String Theory (2005)für Violine und Elektronik sich einer sphärischen , ins Räumliche hinein ausgedehnten Klanglichkeiten widmet und Dorothee Hahne in RestZeit für Violine und Live Elektronik (2005) mit vielschichtigen stilistischen Brechungen spielt.

Stefan Drees, Positionen 83 

Jenseits des Kommerzes; Konzert/Echokammer

…Die Violinistin Lenka Župková griff zur E-Bratsche und brachte überzeugend und virtuos ein Repertoire unterschiedlichster Kompositionen, die ihr und Ihrem Effektgerät-geladenen Equipment auf dem Leib geschneidert sind, zum Gehör. Insbesondere ihre eigene Vertonung des Kurzfilmes „Anemic Cinema “ von Marcel Duchamp gestaltete sich als Stimmunngsvolles Gesamtkunstwerk. Die Musikerin sezte ihr Instrument so in Szene, wie es sonst nicht gehört wird…

Augsbruger Allgemeine 7.12.2009

Neghelli Il colore che torna dal nero, Dedicato ad Amelia Rosselli, un progetto di Adriano Orru …Eine Kreuzung aus akustischen und elektronischen Klängen, die blendeten und dem Zuhörer die meiste Zeit den Atem raubten, zusammengesetzt aus plötzlichen Rhythmus- und Tempoveränderungen, unruhigen und stechenden Momenten, einer Dichter Struktur, Soli, rascher Dialogen, kleinen Pausen in der Melodie, dramatischer Sequenzen, Loops, Kaskaden von Noten mit bestimmten Ausdruckkoloraturen, Dekonstruktion, Rekonstruktion und neuen klanglichen Kombinationen. Der Kontrabassist Adriano Orru rief für dieses neue Abendteuer die tschechische Violineexpertin Lenka Župková, eine Solistin mit überzeugender Technik, Präzision und Fantasie, das eklektische Violoncello von Stella Veloce, die Videos von Manuel Carreras und die Bilder von Silvia Corda zusammen. Es entstand eine an Bezügen und Verweisen reiche Musik, die mit dem Gedächtnis spielend, aktuellen Humor sowie Atmosphäre anderen Epochen und Stilen ins Bewusstsein rief, auf einer Struktur aus Hinweisen voranschreitend in die sich an die Improvisation gebundene Passagen einfügten.

L’unione Sarda, Cagliari November 2009 


Das ist mit Sicherheit eine der gewagtesten CDs der letzten Jahre. Sie hat einen doppelten Bezug zu Hannover. Die tschechische Geigerin Lenka Župková hat dort studiert. Und einer der auf dieser CD vertretenen Komponisten hat in Hannover einstens einen Kompositionspreis gewonnen. Sein Preisstück allerdings wurde nie in Hannover aufgeführt. Sein Komponieren war wohl damals schon dem engagierten Ensemble zu weit abseits des Neue-Musik-Mainstreams. Peter Köszeghy heißt der Tonsetzer, dessen beeindruckendes Stück Libertinage von Župková unglaublich virtuos gespielt wird. Das den Hörer mit seinen rauen verzerrten Klängen geradezu aggressiv anspringende Stück wirkt in sich dermaßen konsequent, dass es ungemein faszinierend ist. Ganz anders, aber vergleichbar begeisternd ist Dorothee Hahnes RestZeit, in der Župková mittels Live-Elektronik eine Mehrstimmigkeit kreiert, die phasenweise zwar an Wiederholungsmechanismen der Minimalmusic erinnert, aber letztlich von ganz eigener Klangfantasie kündet. Natürlich: Nicht alle Stücke dieser Produktion halten dieses Niveau, trotzdem aber: Diese äußerst empfehlenswerte CD lässt den Hörer ungehörte Klänge entdecken.

ARTS 8115 2 / Reinald Hanke 

CD Lenka Zupkova: Prague/ Hannover. Kompositionen für akustische und E-Violine mit Elektronik
Lenka Zupková, akustische und fünfsaitige elektrische Violine,Live-Elektronik; Andre Bartetzki,Dorothée Hahne; Wergo artist, ARTS 8115 2

Der Titel der CD ist eine Hommage an die beiden Hauptstandorte der Geigerin Lenka Zupková.
Geboren in Tschechien und ausgebildet an der Janacek-Akademie in Brünn, ging sie für ein Aufbaustudium an die Hochschule für Musik und Theater Hannover. Von 1995-2000 trat sie unter anderem als Aushilfsgeigerin bei der NDR Radiophilharmonie Hannover, dem neuen Ensemble Köln und L’Arco Hannover in Erscheinung.Ihre wahre Leidenschaft aber, die Auseinandersetzung mit der neuen Musik, der Live-Elektronik, der E-Violine und Bratsche, hat sie dabei nie aus den Augen verloren. Eine CD- Einspielung wie prague/hannover mit  Zupková an der akustischen und  elektronischen fünfsaitigen elektrischen Violine war deshalb längst fällig.Und doch stellt sie nur einen  minimalen Ausschnitt von  Zupkovás vielfältigen Aktivitäten dar. Sehens- und hörenswert sind nicht minder die Koproduktionen der Geigerin mit dem Audiodesigner Andre Bartezki, der Flötistin Lenka Kozderkova, der Tänzerin Ursula Wagner oder dem Ensemble Megaphon für experimentelles Musiktheater.

Der verfremdete, geräuschhafte Geigenklang, den Zupková auf ihrer neuen CD durch etliche Facetten bereichert, hat viele Gegenwartskomponisten fasziniert. Unter ihnen etwa den 1966 geborenen Thomas Stiegler. In seiner Sonata facile für Geige arbeitet er mit vier tiefen, aufgezogenen, zu einem Halbtoncluster gestimmten und circa fünf zusammengekoteten Bogenhaaren. Derartige Präparierungen nutzt Zupková jedoch nicht. Das Stück Libertinage für E-Violine und Verzerrer aus dem Jahr 2004 von Peter Köszeghy ist wie ein flimmerndes Mosaik strukturiert. Die Elemente nebst Springbogenpartien, Glissandi, hochbrillanten „normalen“ Geigentönen und kratzenden Geräusch dauern nur wenige Sekunden an. Bei alledem spürt man förmlich den Geigenkörper: Die Konturen werden nicht nur verwandelt, manche Übergänge sind gar nicht mehr erkenn, respektive hörbar. Auch die Stimme oder schreckhaftes Einatmen werden eingebunden, und an einigen Stellen klingt die geige wie eine E-Gitarre, so dass man sich zeitweise in eine Aufnahme mit Jimmi Hendrix versetzt fühlt.
Eine neue Streichertheorie stellt Andre Bartezki in seinem Stück String Theory von 2005 auf. Es ist ein sehr viel klassischer geprägtes, horizontaler gedachtes Stück als das von Köszeghy. Zarte, hohe Tonflächen überlagern sich, und die Elektronik sorgt für eine Art steten „ Verflatterns“  oder „ Verschwimmens“ des Klangs. Das Geräuschhafte untermauert den Einzelton und verselbstständigt sich zunehmend, zuweilen mit Geräuschhaftem. Die abstrakteste Komposition der CD ist gewiss Zebra für E- Violine, Live-Elektronik und 4-Kanal-Tonband von Annette Schlünz. Unter den vielen jungen Avantgardisten dieser Werkauswahlmit Werken auch von Dorothée Hahne, Thortsen Töpp und der Geigerin selbst wirkt. Vinko Globokar mit seinem Kartomlin Croisé fast schon wie ein Klassiker der Moderne.

„Neue Zeitschrift für Musik-Juli/August 2009“ Helmut Petres

 …Lenka Župková spielte die Sequenza von Berio wie eine barocke Toccata, mit hoch beweglichen Griffhand für die virtuosen Partien und heftigen Zugriff in den Ballungen. Das Zeitalter der E-Violine ließ sie dräuend mit Annette Schlünz und Peter Köszegh beginnen. Aber das Schönste, was auch das Einlösen des Theatralischen anbetraf, war dann von ihr selbst eine Szene, in der alles Musik ist, aber fast tonlos und mehr nur Ahnung vom zarten Springbogen und Lippenartikulation und fernem Theaterspiel. …

Bonner Rundschau vom 20.März 2009 

…Das Gastspiel der tschechischen Geigerin Lenka Župková zuvor war weniger virtuoses als vielmehr subtiles und konzentriertes Spiel. Der improvisatorische Gestus von Berios „Sequenza“ geriet ihr ebenso feinsinnig wie die Gestaltung der meditativ-ruhigen Klangwelt in „Zebra“ von Annette Schlünz. In Péter Köszeghys „L’ecole du libertinage“ holte sie, dank eines Verzerrers, aus der Geige Klänge heraus, die einem Jimi Hendrix Freude gemacht hätten. Kontrast dazu: ihre Eigenkomposition „Strc prst skrz krk“. Da spielte Župková eine Weile auf einer unsichtbaren Geige, summte, flüsterte und schlich sich leise zur Tür hinaus. …

Bonner General-Anzeiger Artikel vom 21.03.2009 

Experimente am Instrument 
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/neueplatte/858868/
Deutschlandfunk DIE NEUE PLATTE vom 12.10.2008 
Folklore? Klassik? Rock- oder Theatermusik? Von allem etwas oder alles in einem? Stil, Genre und Instrumentarium jedenfalls scheinen unvermittelt zu wechseln – Komponist Peter Köszeghy, ein Ungar in Leipzig, hält, so scheint es, von Klangschönheit wenig und gibt sich banal, partiell aggressiv. Doch der erste Höreindruck trügt. Die vermeintlich stereotype Figur rührt ursächlich aus einem zarten Glissando – dieses entfaltet sich und wird variiert, bevor es in raue Geräuschklänge mündet, wo es sich – je nach Sicht auf die Dinge – klanglich festzufahren beginnt oder von Konventionen befreit. Jedenfalls ist keine Elektrogitarre am Werk – Geigerin Lenka Župková spielt Köszeghys Stück „Libertinage“ auf ihrer fünfsaitigen elektrischen Violine, die sie um einen Verzerrer erweitert hat.

Die heute 38-jährige Absolventin der Brünner Musik-Akademie ‚Leos Janacek‘ liebt das Experimentieren. Sie ist in böhmischer Folklore verwurzelt und zugleich im avancierten Theater zu Haus. Auf ihrer neuen CD erkundet sie zeitgenössische Klang-Welten und kombiniert dazu die traditionelle, akustische Geige mit der elektrischen – und beide mit Effektgeräten, elektroakustischen Zuspielungen und mit Live-Elektronik.

Gleich fünf neue Kompositionen sind für die Interpretin, oder besser: In Zusammenarbeit mit dieser entstanden – sie stehen auf der CD für verschiedene spiel- und klangtechnische Wege und Welten: Thorsten Töpps zum Beispiel arbeitet in „Mystify“ mit Verhallung, Verstärkung und Loops; Annette Schlünz‘ Solostück Zebra beginnt mit Flageoletts, zitiert Spieltechniken der klassischen Geige, nutzt Echo und Hall und mündet in ein für die Komponistin unerwartet furioses Finale. André Bartetzki rückt bei seiner „String-Theory“ die Live-Elektronik ins Zentrum und Geigerin Župková arbeitet in ihrem eigenen Werk „Strepy“ (dt.: Scherben) mit Geräuschklängen und Pausen. Die nordrhein-westfälische Komponistin Dorothée Hahne bedient sich in ihrem Stück „RestZeit“ vorklassischer Formen wie Kanon und Imitation und verarbeitet Klang-material der E-Violine zu einem komplexen und partiell nostalgisch anmutenden Vexierspiel.
Lenka Župková mit einem Ausschnitt aus Dorothée Hahnes Komposition „RestZeit“. Die tschechische Streicherin erweist sich auf ihrer Anfang September beim Label WERGO erschienenen Artist-CD als Spezialistin am Instrument und zudem als gewiefte Elektronikerin. Die Mehrzahl der Titel wurde im Elektronischen Studio der Akademie der Künste in Berlin produziert. – Insgesamt ein vielgestaltiges, spannendes, niemals langweilendes Album.

…Lenka Župková ist eine der interessantesten Avantgardegeigerinnen, die auf ihrer neuesten CD geradezu gleißende Klänge auf ihrer verstärkten Violine erzeugt…

Kultur Regional 12/2008

 

…Das blaue metallische Objekt von K.H. Beethmann, seine Materialität wird von der Geigerin Lenka Župková musikalisch gearbeitet. Gestrichen mit zwei Bögen und durch Anwendung von verschiedensten ungewohnten Spieltechniken entstehen spröde, klare Strukturen. Der Ausgangspunkt für all die Töne, Geräusche und Sounds sind die klanglichen Möglichkeiten der blauen Tonne. Plötzlich wird mit dem bogen die Viola gestrichen und die Musik wie das von der Tänzerin bearbeitete Objekt fangen an zu schweben.

Kritik zur Performance in der Eisfabrik Hannover, 10.10. 2006

….In Expeditionen zwischen Musik und Geräusch für akustische und E-Violine, Elektronik und Klangobjekte präsentierten Lenka Župková und Andre Bartetzki Neue Musik, gepaart mit teilweise voluminösen Klangteppichen, stimmungsvoll, obskur, gewöhnungsbedürftig und schräg ….Hier war eine klare innere Dramaturgie zu spüren…“

Erlangen Zeitung 11/2006

Zu Recht erscholl begeisterter Applaus, nachdem am Freitagabend ein ungewöhnliches Konzert in der Lutherkirche in Krefeld geendet hatte. Die Kompositionen von Dorothée Hahne im Schwerpunkt, ergänzt durch je eine von Thorsten Töpp und Lenka Župková , boten verschiedenste elektronische Klänge, verfremdete Glocken, Schaben und Kratzen. Die einzelne Sätze von Bachs Violinsonate in a-moll wechselten sich stimmig mit den fremden Geräuschen ab, als seien die Klangwelten längst miteinander vertraut.
Neben den tiefsinnigen Kompositionen hatte Lenka Župková mit ihrem anmutigen, beseelten Spiel auf Violine oder E-Violine großen Anteil am Erfolg des Konzertes. Ein durchaus geistliches Konzert mit Neuer Musik, das gut getan hat .

RP Zeitung 22.11.2005

Die Kombination der zeitgenössischen Werke mit Bachs Violinsonaten ließ alle Werke, egal ob alt oder neu, an Ausdruckskraft gewinnen. Bachs Musik wirkte in Lenka Župkovás durchdachten Spiel wie ein Abgesang aus einer vergangenen Welt der Tonalitäten.

WAZ 22.11.2005 

Bundeskonzert der Gedok 2005 im Konzerthaus Berlin

….In Ihren Stücke für E-Violine und Live-Elektronik zeigt Lenka Župková die Vielschichtigkeit der elektronischen Klangwelt , die neugierig macht auf die vielen variativen Momente , die sich hinter ihr verbergen.

NMZ 3/06

 Ilse Bilse niemand will’se…

«Rondo» – ein Musiktheater von Michael Heisch aufgeführt durch das Ensemble MEGAPHON
Das Ensemble in der Besetzung: Corinna Eickmeier – Violoncello, Willi Hanne- Percussion , Mikhail Honesseau -abstrakter Tanz, Kostantis Raptis- Akkordeon, Ilka Theurich – Klangkunst , Lenka Župková- Violine, Elektronik und Organisation, setzte sein breites Repertoire musikalischer und schauspielerischer Ausdrucksformen geschickt ein, eröffnet vertraute und unerhörte, faszinierende und auch mal verstörende Klangräume. Jedes Mitglied war in der Lage, sich bei Bedarf zurückzunehmen und einfühlsam zu begleiten oder solistisch hervorzutreten und die thematische Führung zu übernehmen.

MZ 01/06 

Konzert :Tschechische Komponistinnen im Aufbruch

In beiden Stücken überzeugten die Geigerin Lenka Župková und Flötistin Lenka Kozderkova mit ausdruckstarken, nuancierten Zusammenspiel…

….In unerhörte, spannungsgeladene Klangbereiche zwischen Ton und Geräusch drang das Solo für E-Violine“ Strepy“ von Lenka Župková .

02/06

Klangbad, ein fest der Töne…

Prager Zeitung

Virtuos, originell und humorvoll!

Pariser Journal 

Ein Abend der Extraklasse mit hohem künstlerischen Wert

Neue Züricher Zeitung

Perfektes Spiel , ungewohnte Spielweisen und eigene Klangsprache.

Berliner Zeitung 

Durch ihren Spiel vermittelt Lenka Župková einen in seiner Weise einzigartigen Querschnitt durch die klanglichtechnische vielseitige Möglichkeiten der Violine.

Nürnberger Zeitung 

Aus betont melodischen, motivischen Vorgaben entwickelt Lenka Župková einfallsreiche und phantasiegeladenen Improvisationen!

HAZ